Baum des Jahres 2020 – Die Erle(n)

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Baum des Jahres 2020 – Die Erlen

Der 21. März ist internationale Tag des Baumes und heuer der Festtag der Erlen! Erlen – Pioniere der naturnahen Auen und Feuchtwälder – wurden von Kuratorium Wald und Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) zum Baum des Jahres 2020 gewählt.  Der Tag des Baumes soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen im Bewusstsein halten und wurde 1951 von der UNO beschlossen.

Die Erlen und ihr Lebensraum Auwald

Bei einem Flussspaziergang hat den Baum des Jahres 2020 bestimmt jeder schon mal gesehen, den Erlen und Fließgewässer gehören eng zusammen. Der bekannteste Vertreter der Erlen in Österreich ist die Schwarzerle, ein Spezialist für nasse Standorte in Flussnähe. Jedoch findet man den sommergrünen Laubbaum immer seltener, den sein natürliches Habitat – unverbaute Fließgewässer – sind in den letzten Jahrzenten zu Großteil Begradigungen und anderen Bautätigkeiten zum Opfer gefallen.

Neben der Schwarzerle findet man in Österreich noch zwei weitere Vertreter der Erlen: die Grünerle und Grauerle, beide sind nicht so direkt vom Gewässerverbau betroffen, auch wenn es beide gerne feucht haben.

Die Grünerle findet man im Gebirge, wo sie auch an feuchten Stellen wächst. Als Pionierart trägt sie zur Sicherung von Hängen nach Lawinen- oder Murenabgängen bei und kann Rutschungen verhindern.

Die Grauerle – die dritte Erlenart, die in Österreich zu finden –– hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in nicht so extremen Bereichen wie ihre beiden österreichischen Verwandten. Während die Schwarzerle direkt in den oft überschwemmten Flussufern der Tieflagen zu finden ist und die Grünerle des Gebirges als Pionier ihre Zweige gen Berggipfeln streckt, ist die Grauerle genau zwischen drinnen zu finden. Bei ihren Standortsansprüchen ist sie weniger pingelig, man findet sie zwischen 500 und 1400 Höhenmeter bei Fließgewässern.  

Wenn man über den österreichischen Tellerrand blickt, findet man weltweit 35 Erlen – Arten, ausschließlich auf der Nordhalbkugel beheimatet – bis auf eine Ausnahme: Die Anden-Erle (Alnus acuminata) wächst im gleichnamigen südamerikanischen Gebirgszug.

Biodiversitätshotspot Erle

Die Erlen selbst sind nicht gefährdet, jedoch steht ihr Lebensraum, der Auwald, europaweit unter Druck. Über 70 Prozent der Flüsse und Bäche in Österreich sind verbaut oder gestaut. Damit geht ein wichtiger Lebensraum zusehends verloren, nicht nur für die Schwarzerle, sondern für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten die dynamischen Flusslandschaften angepasst und angewiesen sind!
Als Stickstofffixierer können sie einen nährstoffarmen Boden fruchtbar machen. Durch diese Eigenschaften sind die Erlen ökologisch sehr wertvolle Arten. Die Erlen bieten Lebensraum für über 150 Insektenarten (alleine 75 Schmetterlingsarten!), mehrere Dutzend Vogelarten und über 70 Großpilzarten!

Der Namen des Erlenzeisig lässt schon seine Vorliebe erahnen. Der kleine Singvogel hält sich gerne bei Erlen auf und ernährt sich unter anderem von den seinen Samen. 

Auch für den Blaue Erlenblattkäfer ist der Baum des Jahres 2020 namesgebend. Er ernährt sich ausschließlich von den Blättern der Schwarzerle. In manchen Jahren kann der blauschillernde Käfer sich so stark vermehren, dass er sogar ganze Erlen kahl frisst – der Baum kann solche Mastjahre jedoch leicht überleben. Der perfekt getarnte Falter mit dem Namen Erlen-Rindeneule ernährt sich unter anderem von den Blättern der Erle. Der Erlen-Schillerporling zeigt von den Pilzarten die höchste Stetigkeit in Erlen-Beständen.
Anhand dieser Beispiele lässt sich schon erahnen welche Artenvielfalt diese Baumart birgt…

Wer mehr über die Erlen erfahren möchte, kann ab 25. April die Broschüre und das Plakat des Kuratorium Wald gegen einen Versandkostenbeitrag von € 10,- bestellen!

Bestellen Sie bitte per Email an kuratorium@wald.or.at