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Wolf in Österreich
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Der Wolf in Österreich

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ACHTUNG: Sperrfrist für Berichterstattung bis Fr., 31.08.2018 um 10.30 Uhr

Aufgrund der aktuellen Diskussionen der steigenden Schafsrisse durch den Wolf verlangt ein schnelles, durchdachtes handeln. Das Kuratorium schlägt dazu ein 10 Punkt Programm vor, in dem ein Kompromiss von Politik, Landwirtschaft, Jägerschaft und der Naturschutz erzielt werden soll.

Seit einigen Jahren sind Wölfe in Österreich – wieder – heimisch geworden und machen durch Risse an Nutztieren Schlagzeilen. Wenngleich die ÖsterreicherInnen der Rückkehr des Wolfes im Allgemeinen positiv gegenüberstehen, fühlen sich doch viele verunsichert. LandwirtInnen und Gewerbetreibenden aus dem Tourismus befürchten hohe Schäden und während die Nutztierrisse zunehmen wird so die Diskussion immer hitziger und polarisiert.

Wölfe gehören zur Wildnis Österreichs und Europa, daher stehen sie unter strengstem Schutz laut der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Es muss also der günstige Erhaltungszustand dieser faszinierenden Tiere definiert werden, damit festgelegt wird, für wie viele Wolfsrudel in Österreich eigentlich Platz ist. Anhand dieser Definition, und nach Erreichen des günstigen Erhaltungszustands, kann über eine Populationsbegrenzung, entschieden werden – so verlangt das europäische Schutzrecht.

Wölfe brauchen Platz, nicht überall in Österreich ist ein konfliktfreies Nebeneinander von Menschen, Nutztieren und Wolf möglich. Für Österreich soll auf Basis der Karte für „potentiellen Wolfszonen“ des Kuratorium Wald ein Plan entstehen, der für Wölfe geeignete Habitate in Österreich festlegt. Auf der Basis dieser „Wolfskarte Österreichs“ kann auch die Rudelbildung in ungeeigneten Gebieten durch Vergrämung verhindert werden und entsprechende Präventivmaßnahmen ergriffen werden.

Um Entscheidungen über Management-Maßnahmen von Wölfen unkompliziert, zeitnah und auf sachlicher Basis treffen zu können braucht es eine Wolfsverordnung nach dem Vorbild unserer Nachbarländer (z.B. Brandenburg). Mit dieser können Entschädigungen und Hilfeleistungen für LandwirtInnen an zumutbare Herdenschutzmaßnahmen gebunden werden und im Falle von gegenüber dem Menschen aggressive Tiere Vergrämungsmaßnahmen ergriffen werden. Die Entnahme, also der Abschuss von solchen Problemwölfen, soll als letzte Möglichkeit an klare Bedingungen geknüpft sein.

Sinnvolles Management von Wölfen kann nur dann stattfinden, wenn ausreichend aktuelle Daten zur Verfügung stehen. Wir müssen „unsere“ Wolfspopulation besser kennen lernen um mit entsprechenden Maßnahmen zu reagieren und brauchen daher ein umfassendes Monitoring. Dadurch wird auch ein effektiver Herdenschutz möglich, bei dem je nach Gefahr für Nutztierhalter reagiert werden kann. Zudem fordert das Kuratorium Wald einen Ausbau der Bildungsmöglichkeiten für Landwirten in Sachen Herdenschutz sowie fachliche Unterstützung durch ein ausgebildetes mobiles ExpertInnenteam, die betroffene schnell und effektiv Beraten. Diese Maßnahmen müssen natürlich finanziert werden, um trotzdem weiterhin wirtschaftlich in der Nutztierhaltung arbeiten zu können. Durch das aufgeheizte Gesprächsklima rund um die Rückkehr des Wolfes werden sachliche Argumente oft überhört. Hier fordert das Kuratorium Wald ein breites, niederschwelliges Bildungsangebot um Ängste zu entkräften und Gewerbetreibenden wie Privatpersonen im Umgang mit dem Wolf zu unterstützen.