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Ökologischer Nutzen

„Die Biene“ gibt es nicht, denn weltweit sind an die 20.000 verschiedensten Bienenarten vorhanden, 650 davon in Österreich. Sie stammen von der Wespe ab, sind aber im Gegensatz zu dieser Vegetarier. 1,8 % der österreichischen Insektenfauna bzw. 1,5 % der heimischen Tierwelt sind Bienen.
Sie gelten als wichtiger Indikator für den Zustand der Umwelt!

Die Vielzahl an Arten ist in der Natur notwendig, denn ohne sie könnten die vielen unterschiedlichen Blütenpflanzen gar nicht bestäubt werden. Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, dass es nicht nur Honigbienen gibt, von denen wir unseren Honig und Gelee Royale bekommen, sondern wir den vielen verschiedenen Arten um einiges mehr zu verdanken haben. Bienen und andere Bestäuber garantieren ca. 30 % des landwirtschaftlichen Ertrages, der knapp 7 Mrd. Menschen ernähren muss.


Die Pflanzen, die nicht von jedem Tier bestäubt werden können, sondern bestimmte Tierarten brauchen, um sich vermehren zu können, wie z.B. Vogelblumen, Bienenblumen oder Fledermausblumen, passen sich durch bestimmte Signale an die Bestäuber an. Diese müssen mit dem Sehsystem der betreffenden Bestäuber übereinstimmen, gut bemerkbar sein, vielfältig, damit sie nicht verwechselt werden können, aber auch leicht lernbar. Bienenblumen sind z.B. mit Signalen im UV-Bereich gekennzeichnet, die für uns Menschen nicht sichtbar sind, dafür aber nicht mit roten Signalen, da diese Farbe für die meisten Bienen als Schwarz wahrgenommen wird, Schmetterlingsblumen sind dafür mit dünnflüssigem Nektar versehen, damit dieser durch ihren Rüssel geht.

Allerdings gibt es auch Pflanzen, die nichts zu bieten haben, aber dennoch bestäubt werden möchten. Diese Arten täuschen die Bestäuber dann beispielsweise durch Eiablagesubstrate, um sie zu sich zu locken. Andere geben Signale ab, die paarungswillige Männchen glauben lassen, sie stoßen auf ein Weibchen. Davon angelockt, fliegen Insekten die Blüten an. Auch wenn sie schnell merken, dass es sich um ein Täuschungsmanöver handelt, bleibt Pollen an ihnen kleben, den sie beim Weiterfliegen zur nächsten Blüte weitertragen. Damit getäuschte Insekten aber nur schwer daraus lernen können, weicht der Lockstoff sogar von Blüte zu Blüte geringfügig ab. In seltenen Fällen werden die Lockstoffe so gut imitiert, dass Männchen kaum noch auf echte Partnerinnen fliegen.

Doch nicht nur Pflanzen können Präferenzen haben, sondern auch Bienen. Ihre Motivation beim Befliegen von Blüten ist es generell, belohnt zu werden, aber sie können auch ererbte Duftpräferenzen haben oder es vermeiden Pflanzenarten anzufliegen, die für sie unverdaubar oder gar giftig sind. Außerdem achten sie darauf, wie viele Blüten auffindbar sind, mit wie vielen Ressourcen diese ausgestattet sind und welche Rüssellänge dafür am besten geeignet ist. Denn mit zu kurzen Mundwerkzeugen kann der Nektar nicht erreicht werden, mit zu langen ist es zu kompliziert und zeitaufwendig. Es gibt auch Unterschiede in der Art, wie Nektar und Pollen gewonnen werden können. Manchen Blüten müssen aufwendig angeflogen werden, was viel Energie kostet, andere können einfach im Sitzen genutzt werden. Die Distel beispielsweise bietet nur wenig Nektar, ist dafür aber sehr einfach zu nutzen, was zu einer positiven Energiebilanz führt. Deswegen ist es wichtig, Landschaften möglich artenreich zu halten. Bei eintönigen oder übernutzten Landschaften kommt es rasch zu einem drastischen Abfall von Bestäubern.

Da viele Bauern auf die Ernte ihrer Produkte angewiesen sind, wurden in den letzten Jahren vermehrt bestimmte Bienen- und Hummelarten gezielt für die Bestäubung bestimmter Pflanzen ver- oder gekauft. Die langen Reisen, die dafür oft notwendig sind, beuteten für die Bienenvölker vor allem viel Stress, um am Ende ihres Weges Unmengen an meistens eintönigen Blüten zu bestäuben. Das führt dazu, dass man unterschiedliche, nicht heimische Arten und deren Krankheiten unkontrolliert über mehrere Kontinente verschleppt.


Wenn wir weiterhin Zugriff zu den Leistungen, die uns die Natur gratis anbietet, haben wollen, müssen wir funktionierende ökologische Kreisläufe aufrechterhalten. Dafür brauchen wir die gesamte Saison über artenreiches Blütenangebot und geeignete Nistplätze.


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