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Die Hummel

Neben den Wildbienen zählen aber auch die Hummeln zu der Gattung der Bienen.
Weltweit sind etwa 250 Hummelarten zu finden - davon 70 in Europa, 47 in Österreich. Sie bevorzugen das gemäßigte, saisonale und kühle Klima der Regionen der Nordhalbkugel. Afrika südlich der Sahara und Australien sind gänzlich unbesiedelt.
Der Körper der Hummel ist kräftig und rundlich oval und besteht aus drei Abschnitten: dem Kopf, dem Thorax und dem Abdomen. Er ist mehrfärbig gestreift und pelzähnlich mit Haaren bedeckt, was sie vor Kälte schützt. Manchmal sind Hummeln zu sehen, bei denen man in Kopfnähe kahle, glänzende Stellen am Körper beobachten kann. Der Haarverlust entsteht, wenn das Eingangloch zum Nest so eng ist, dass beim Eintreten und Verlassen des Nestes die betreffenden Stellen Kontakt mit dem Nest haben.


Zur Nahrungsaufnahme haben Hummeln einen Rüssel, der eine Länge von 10 bis 13mm haben kann. Dieser ermöglicht die Nektarsammlung aus tiefkelchigen Pflanzen. Hummeln sind auch kräftig genug, um geschlossene Blüten zu öffnen. Der Nektar wird im Magen gesammelt und im Nest wieder hochgewürgt.
Beim Vibrationssammeln hängt die Hummel an einer Blüte und erzeugt durch Flügelschlagen Vibrationen. Dadurch lösen sich Pollen, die den Körper der Hummel bedecken. Sie bürstet die Pollen ab und formt daraus Klumpen.
Der Pollentransport geschieht an den Hinterbeinen, deren lange Borsten die durch Belecken verklebten Pollenhöschen halten.

Die Hummel besitzt ein Paar Fühler, Facettenaugen und transparente Flügel, mit denen sie es zu einer Fluggeschwindigkeit bis zu 20km/h bringt, sowie 6 mehrgliedrige Beine. Dass Hummelhirn hat zwei Kanäle - einer für die Blütengröße, der andere für die Farbe. Im Tempo von 90 Metern pro Stunde meldet das Gehirn zuerst die Entdeckung einer Blüte, erst dann wird der zweite Kanal zum Farbsehen aktiviert. Dieser arbeitet langsamer, dafür aber genauer. Beide Kanäle sind deutlich schneller als die Bildverarbeitung des Menschen: Wir müssten viermal langsamer über eine Wiese fliegen, um deren Blüten erkennen zu können.

Die Königinnen werden je nach Art zwischen 15 und 23 mm lang, Arbeiterinnen und Drohnen 8-21 mm.

Hummeln bilden sowie viele andere Insekten einen Staat. Dieser besteht - von der Hummelart abhängig - aus 50 bis 600 Tieren - davon größtenteils Arbeiterinnen - und einer Königin. In Europa überlebt ein Volk nur einen Sommer und stirbt am Jahresende.
Die Hummel ist sehr früh im Jahr unterwegs, denn sie kann schon ab 2°C (Königin) bzw. 6°C (Arbeiterin) fliegen. Die notwendige Körpertemperatur erzeugt sie durch Vibrationen der Brustmuskulatur. Das macht sie besonders am Anfang des Frühlings und in regnerischeren Sommern mit niedrigen Temperaturen zu wichtigen Helfern vieler Pflanzenarten. Sie fliegen täglich in bis zu 18 Stunden an die 1000 Blüten an.

Was nur die wenigsten wissen, ist, dass Hummel auch zur Viehwirtschaft beitragen. Denn Wiederkäuer können zellulosehaltiges Futter zwar verwerten, doch ist die Ausnutzung dieses Futters nicht sehr hoch. Erst wenn die Hefepilzart Kreuzhefe darin enthalten ist, kann das Futter richtig verwertet werden (um 20% besser). Aber diese Hefe ist nicht von Natur aus da. Erst durch den Flug von bestäubenden Insekten wie Hummeln wird dieser Pilz von Blüte zu Blüte getragen.


Nicht alle im Herbst begatteten Jungköniginnen überleben den Winter und können im nächsten Jahr auf sich gestellt ein neues Volk gründen. Als Jungkönigin sucht man im Frühling allein einen geeigneten Platz für sein Nest, z.B. in einer Erdhöhle, einem Mauseloch, einer Moosschicht, einem hohlen Stamm oder verlassenen Vogelnestern. Die Nester werden meist nur ein Jahr genutzt, selten kehrt eine Königin zu ihrem alten Nest zurück.
Den gesammelten Nektar und die Pollen verarbeitet die Königin dann zu sogenanntem "Bienenbrot", auf das sie in einer aus Wachs geformten "Zelle" die ersten Eier legt. Das Wachs wird aus dem Hinterleib ausgeschieden. Als Nahrungsquelle für sich, die Larven und die geschlüpften Hummeln baut die Königin außerdem eine kleine Art "Topf", den sie mit Honig füllt. Das Töpfchen wird meist in der Nähe der Eier positioniert. Um die Eier warm zu halten, setzt sich die Königin bei Bedarf zum Brüten darauf, dabei ist ihr Kopf häufig dem Honigtöpfchen zugewandt. So kann sie jederzeit mit dem Rüssel Honig aufnehmen, ohne dass sie die Eier zur Nahrungsaufnahme verlassen muss. Die Zellenanordnung ist urnen- oder krugförmig zu einem aufrecht stehenden Haufen gruppiert. Um den Brutbereich herum befindet sich eine isolierende Hülle aus Gras, Haaren und Moos, welche mit Wachs oder Honig verklebt ist. Gegen Wärmeverluste wird das Nest oft mit einer Wachsschicht abgedichtet.

Die Nesttemperatur beträgt etwa 30-33 °C, doch beim Brüten werden Temperaturen bis zu 38 °C erreicht. Die Königin beißt kleine Öffnungen in die Brutzellen und füttert die Larven bis zu zehn Tage lang. Anschließend verpuppen sie sich ähnlich Schmetterlingen und schlüpfen nach einer etwa 10-tägigen Metamorphose als Arbeiterhummeln mit Flügeln, die bereits nach zwei weiteren Tagen trocken und zum Arbeitseinsatz bereit sind. Während der ersten Tage kümmern sich die neuen Arbeiterinnen erst noch um die neue Brut, anschließend fliegen sie aus, um Honig und Pollen zu sammeln. Honigbienen fliegen erstmals nach 3 Wochen aus. Die Königin baut weitere Zellen.

Von diesem Zeitpunkt an sondert die Königin bis in den Herbst hinein permanent ein Pheromon in den Bau ab, wodurch die später schlüpfenden Arbeiterinnen keine Eier legen können. Stirbt die Königin vorzeitig, geht das Pheromon zurück und die Arbeiterinnen sind im Stande, selbst wieder Eier zu legen. Eine Befruchtung der Arbeiterinnen ist nicht möglich, wodurch das Volk ausstirbt.

Im Herbst stellt die Königin die Pheromonabgabe wieder ein und die Arbeiterinnen beginnen unbefruchtete Eier zu legen, die jedoch überwiegend sofort wieder von der Königin zerstört werden. Darauf versuchen Arbeiterinnen auch die Eier der Königin aufzufressen. Bei wilden Kämpfen wird die alte Königin von ihren eigenen Arbeiterinnen meist getötet. Die verbleibenden Arbeiterinnen überleben in der Regel den kommenden Winter nicht. Befruchtete Weibchen überwintern.

Hartnäckig hält sich das weit verbreitete Gerücht, Hummeln könnten überhaupt nicht stechen. Das stimmt keinesfalls. Wenn eine Hummel ihr Nest oder ihr Leben verteidigt, kann ihr Stich aufgrund der Wucht des Anflugs durchaus auch durch die Haut von Menschen gehen. Denn grundsätzlich können Hummeln ihren Stachel zwar ausfahren, es gelingt ihnen aber wegen ihrer schwach ausgebildeten Muskeln, nicht den Stachel aus eigener Kraft durch die Haut von Menschen zu stoßen. Tritt jemand auf eine Hummel oder hält sie fest, kann es durchaus zu einem Stich kommen.


Hummeln stechen aber nicht sofort, sondern warnen zuvor mit einer Abwehrreaktion. Zuerst heben sie ihr mittleres Bein in Richtung des Angreifers. Bei stärkerer Bedrohung drehen sie sich auf den Rücken, strecken den Stachelapparat in Richtung des Angreifers und brummen dabei laut.

Sticht sie dann doch, wird ein Gift auf das Opfer übertragen. Die Einstichstelle brennt und wird manchmal auch heiß. Außerdem beginnt sie zu jucken und schwillt an. Der Stachel von Hummeln hat keine Widerhaken und bleibt deshalb nicht wie bei einer Honigbiene in der Haut stecken.

Immer öfter werden Hummeln aus anderen Ländern gekauft, um bei der Bestäubung zu helfen. Besonders Kürbisbauern müssen von Jahr zu Jahr mehr Hummeln aus Holland ankaufen, damit ihre Kürbisse gedeihen. Das Problem dabei ist aber, dass das nicht nur teuer ist, sondern diese auch gebietsfremd sind.

Außerdem werden "Nutzhummeln" vermehrt zur Bestäubung in Gewächshäusern eingesetzt und so die Erntequalität und -menge gefördert. Gerade diese gezüchteten Nutzhummeln sind eine ernstzunehmende Gefahr für unsere einheimischen Hummeln. Denn sie sammeln eifriger Nektar vermehren sich schneller als heimische Arten. Sollten sie in die freie Wildbahn gelangen, besteht die Gefahr, dass einheimische Arten von ihnen verdrängt werden.

In den USA hat die Hummel bereits begonnen langsam aber kontinuierlich auszusterben. Die "Franklin Hummel" soll bereits völlig ausgestorben sei. Diese Hummelart war eine in den USA sehr häufig vorkommende Art. Vor weiterem Schwinden der Hummeln wird gewarnt, denn fast alle Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. Ein Aussterben würde einen erheblichen Ernteverlust bedeuten.
Laut Insektenforschern sind allein die Hummeln für ca. 15 Prozent der Ernte in den USA verantwortlich - das sind 3 Milliarden US-Dollar (= über 2. Milliarden Euro)!

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