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2009 – Die Birke
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Baum d. Jahres

2009 – Die Birke

Seit nunmehr 15 Jahren besteht die Aktion „Baum des Jahres“. Es handelt sich dabei um ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt von Lebensministerium und Kuratorium Wald, mit dem Ziel, jedes Jahr eine besonders gefährdete oder ökologisch bedeutende Baumart auszuwählen, um über diese zu informieren und auf ihre Gefährdung hinzuweisen. Auch heuer streben Lebensministerium und Kuratorium Wald wieder eine breite Palette von Aktionen rund um den „Baum des Jahres“ an (eine umfassende und informative Broschüre wird rund um den 21. März präsentiert werden und beim Kuratorium Wald aufliegen; weitere Aktionen umfassen Pressekonferenzen und gemeinsame Anpflanzungsprojekte mit Baumschulen).

Vier in Österreich vorkommenden Birkenarten

Mit der Birke werden heuer eigentlich gleich vier Bäume den Titel „Baum des Jahres“ tragen, denn von den weltweit über 60 Birkenarten kommen vier auch in den heimischen Wäldern vor: Es sind dies die Hängebirke (Betula Pendula) – auch unter dem Namen Sandbirke bekannt -, die Moorbirke (Betula pubescens), die Strauchbirke (Betula humilis) und die Zwergbirke (Betula nana).

Botanik

Die Birken bilden eine Gattung innerhalb der Familie der Birkengewächse (wie auch die Erle, die Hainbuche und die Haseln). Die Birke ist ein sommergrüner Baum oder Strauch. Auffälligstes Kennzeichen ist die weiße Rinde, die sich im Lauf der Zeit in Querbändern löst. Birken sind Pionierbäume, dass heißt sie besiedeln extreme Standorte – das hängt auch damit zusammen, dass die lichtbedürftige Birke sehr konkurrenzschwach ist. Die Birke wird windbestäubt, und der Pollenflug im Frühling macht so manchem Allergiker zu schaffen. Manche Birken erreichen Wuchshöhen bis zu 30 Meter (Moorbirke, Hängebirke), während die Zwerg- und Strauchbirke nur 0,2 bis 3 Meter hoch werden.

Nutzen

Kaum eine Baumart ist derartig vielseitig verwendbar wie die Birke. Insbesondere zu gesundheitlichen Zwecken bietet die Birke ein breites Spektrum an Verwendungen: so soll Birkentee aus Birkenblättern gut gegen Rheuma oder Nierenleiden sein. Der Birkensaft, den man im Frühjahr durch (artgerechtes und vorsichtiges) Anzapfen des Baumes gewinnt, schmeckt nicht nur, sondern gilt auch als sehr gesund und kann sogar als Haarpflegemittel verwendet werden. In der Steinzeit wurden auch Schuhe und Kleidung aus Birkenbast gefertigt, und die Indianer bauten ihre Kanus aus der leichten und wasserundurchlässigen Birkenrinde.

Das blassgelblich bis rötlich gefärbte Holz der Birke findet unter anderem im Bau von Musikinstrumenten und bei Drechselarbeiten Verwendung. Große wirtschaftliche Bedeutung kommt dem Birkenholz auch in der Papierindustrie zu und es ist überdies ein beliebtes Brennholz (Birkenholz brennt dank enthaltener ätherischer Öle auch im feuchten Zustand).

Gefährdung

Drei der vier heimischen Birkenarten finden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten.: Die Moorbirke („gefährdet“ lt. Roter Liste), die Strauchbirke („stark gefährdet“) und die Zwergbirke („stark gefährdet“, regional „vom Aussterben bedroht“). Außerdem finden sich diese drei Birken auch auf der Liste der 21 gefährdeten/seltenen Holzgewächse Österreichs.

Hauptgrund für die Bedrohung der Birke ist die massive Zurückdrängung ihres Lebensraumes: Birken besiedeln insbesondere sensible Gebiete wie Au-, Moor- und Bruchwälder sowie Waldränder. Doch gerade diese artenreichen Biotope wurden durch verschiedene Infrastruktur- und Flussregulierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten stark dezimiert. Die Forcierung natürlicher Waldränder und die Erhaltung der letzten Moor- und Auwälder sind daher zentrale Themen zum Schutz der Birke.