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Protokoll 8: Verkehr
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Alpenkonvention

Best Practices zu Protokoll 8:

Verkehr

Tälerbus in den Wanderregionen Lungau, Murau, Nockberge, Schladming und Sölk

Bundesland Salzburg und Steiermark

In den Wanderregionen Lungau, Murau, Nockberge, Schladming und Sölk wurde ein integriertes Umweltverbund-Verkehrssystem für abgelegene Ortschaften und Sommertouristen geschaffen. Durch die Verknüpfung der öffentlichen Verkehrslinien mit Tälerbussen, Seilbahnen, Traktorzügen und anderen Sonderformen des Öffentlichen Verkehrs wird eine neue Qualität für die Mobilität der beteiligten Tourismusregionen geschaffen. Das Projekt existiert seit 1989 und wurde bereits mit mehreren Umweltpreisen ausgezeichnet. Durch die Einführung konnten einige Täler für den Individualverkehr gesperrt werden und so die naturbelassene Landschaft bewahrt werden (Riedingtal, Lantschfeldtal, Weißpriachtal, Lignitztal). Bei anderen Tälern konnte eine beabsichtigte Öffnung für Pkw durch die Einführung der Tälerbusse verhindert werden (hinterstes Murtal, Rantental, Etrachtal).

Das gesamte Projekt strahlt eine zukunftsweisende Signalwirkung in Richtung Umweltschutz und alternative Verkehrsmittel aus. Die Umwelt wird durch die Minimierung des Individualverkehrs in den Wanderregionen und der Förderung der „sanften Mobilität“ durch die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln (Einsatz von umweltfreundlichen Beförderungsmitteln wie zum Beispiel E-Busse) geschützt. Der Tälerbusverkehr auf den gesperrten Straßen ist gut ausgelastet und wirtschaftlich selbsttragend (z.B Naturpark Riedingtal 10.000 -15.000 Fahrgäste pro Saison).

Ansprechpartner:
Arbeitskreis Öffentlicher Verkehr
Dr. Emil Hocevar
Am Göra 5
A-5580 Tamsweg
Telefon und Fax: 0043-6474-6070
E-mail: regner.karl@gmx.at
www.taelerbus.at

Verkehrsberuhigungskonzept Modell Serfaus

Bundesland Tirol

Das rund tausend Einwohner zählende Dorf Serfaus betreibt seit 1985 die zweite U-Bahn in Österreich. Die Einführung war jedoch eine Notwendigkeit, da die dörfliche Infrastruktur durch die Urlaubermassen im Verkehrschaos zu ersticken drohte. Im Jahre 1970 wurde aufgrund der schmalen, vielfach nur einspurigen Dorfstraßen ein „Fahrverbot“ eingeführt. Durch die Dorfschranke wurden die Autos gar nicht mehr ins Dorf hineingelassen. Vor der Schranke wurde ein großer Parkplatz für die Tagesgäste errichtet, diese wurden dann mit Bussen zur Talstation befördert. Doch der Verkehrslärm, die Umweltbelastung und auch die Unfallgefahr nahmen stark zu, sodass eine andere Lösung gefunden werden musste.

Die Lösung war die „Dorfbahn“. Ziel der Dorfbahn ist es, dass die Tagesgäste, die von außerhalb kommen ihr Auto vor dem Dorf parken und die im Dorf wohnenden Gäste die Talstationen zu Fuß bzw. mit der Dorfbahn erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen wurde eine unterirdische Luftkissenbahn gebaut, die seit 1985 in Betrieb ist. Die Dorfbahn verkehrt zum Nulltarif täglich zwischen 8.00 und 18.00 Uhr, wobei die Kapazität der Dorfbahn ca. 2.400 Personen pro Stunde beträgt und der Fahrintervall 8 Minuten ausmacht. Kontrolliert wird die Einhaltung des Fahrverbotes durch 4 hauptamtliche Kontrolleure, welche im Turnusdienst streng kontrollieren (Befugnis zur Erteilung einer Geldstrafe bzw. zur Anzeigenerbringung). Ausnahmen vom Fahrverbot bestehen lediglich für an- und abreisende Dauergäste, Lieferanten an zwei Tagen pro Woche, Reperaturdienste und Fahrzeuge des öffentlichen Dienstes.

Durch die Dorfbahn konnte ein Verkehrsanstieg im Ort Serfaus seit 1970 verhindert werden. Dies hat wesentlich zur positiven Imagebildung und zur Steigerung des Bekanntheitsgrades beigetragen und trägt maßgeblich zum Erhalt der Lebensqualität und einer urtümlichen Gestaltung des Ortes bei.

Ansprechpartner:
Serfaus-Fiss-Ladis Information
Gänsackerweg 2
A-6534 Serfaus/Tirol
Telefon: 0043-5476-6239
Fax: 0043-5476-6813
E-mail: info@serfaus-fiss-ladis.at
www.serfaus-fiss-ladis.at

Sanfte Mobilität im Zillergrund

Bundesland Tirol

Ein Großteil des 25 km langen Zillergrunds in der Naturpark-Gemeinde Brandberg liegt im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen, ebenso der Speicher Zillergründl. Der Zillergrund ist ein räumlich peripher gelegenes Seitental im hinteren Zillertal und zählt auf Grund der Natur- und Kulturlandschaft sowie der zahlreichen Gastbetriebe zu einem der bedeutendsten Ausflugsziele für Urlauber und ist gleichzeitig ein unerlässlicher Naherholungsraum für Einheimische der Region. Um den Zillergrund als hochwertiges Ausflugsziel zu erhalten, wurden bereits während des Baus des Speichers Zillergründl umfangreiche Auflagen festgelegt.

Zentrale Elemente waren dabei die Errichtung eines durchgängigen Wanderweges im gesamten Talbereich sowie eine Fahrtenbeschränkung und ein Fahrverbot auf den letzten fünf Straßenkilometer bis zur Staukrone für den motorisierten Individualverkehr. Weitere Errungenschaften waren die Einführung des Stunden-Taktes der Linienbusse von Mayrhofen in den Zillergrund und die schon frühere Ausdehnung der Linie bis zur Krone der Staumauer. Der vom Naturpark gepachtete und den Besuchern kostenfrei zur Verfügung gestellte Parkplatz Maurach, ermöglicht zusätzlich die unkomplizierte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Eine dadurch erhöhte Frequentierung des Tals und der Gastbetriebe sichert nicht nur deren Bestehen sondern auch das Interesse an der Erhaltung der Kultur- und Naturlandschaft, auf die auch im Infofolder Zillergrund hingewiesen wird. Das jüngste Projekt zur Mobilität umfasst die Errichtung des Maut- und Infopoints am Taleingang, welcher neben allgemeinen Informationen auch den Naturpark in Szene setzt.

Der Umweltbonus ist ein seit 1994 eingeführter Wertgutschein in Höhe von 1,50 € für Erwachsene und 0,75 € für Kinder. Der Gutschein wird dem Gast bei einer Fahrt mit der Buslinie Zillergrund vom Busfahrer ausgehändigt und kann in den Gastbetrieben des Tales eingelöst werden ohne vorgeschriebene Mindestkonsumation. Am Ende der Saison übernimmt die Gemeinde Brandberg die Abrechnung der eingelösten Wertgutscheine und tätigt die Rückzahlung an die beteiligten Betriebe. Die Wirte tragen hierbei 10% Selbstbehalt, 90% können dank Fördermittel der Umweltschutzabteilung des Landes Tirol, des Lebensministeriums und der Europäischen Union sowie des Verbundes zurückerstattet werden. Somit wird ein Anreiz zur Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel in den Zillergrund geschaffen, der auch den Wirten des Tales zu Gute kommt.

Ansprechpartner:
Bürgermeister Dipl. Ing. Heinz Ebenbichler
Brandberg 13
A-6290 Brandberg
Telefon: 0043-5285-63185
Fax: 0043-5285-63056
E-mail: gemeinde@brandberg.tirol.gv.at
www.naturpark-zillertal.at