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Protokoll 6: Energie
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Alpenkonvention

Best Practices zu Protokoll 6:

Energie

„e5“ Gemeinde Zwischenwasser

Bundesland Vorarlberg

Das „e5″-Programm für energieeffiziente Gemeinden“ ist ein seit 1998 laufendes Programm. Die teilnehmenden Gemeinden werden unterstützt die Energie effizienter zu nutzen, verstärkt erneuerbare Energieträger einzusetzen und sich Klimaschutzziele zu setzen. Die Gemeinde Zwischenwasser hat in ihrem eigenen Bereich bereits das Einsparungsziel, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2010 gegenüber 1992 um 50% zu reduzieren, bereits übertroffen. Zwischenwasser zählt zu den Gründungsmitgliedern des „e5-Programmes“ und war eine der ersten Gemeinden, in der das Programm umgesetzt wurde. Weiters gehört sie zu den fünf Gemeinden in Österreich, welche die beste Bewertung im „e5-Programm“ erreicht haben. Mittlerweile wurde der Gemeinde Zwischenwasser bereits zum zweiten Mal der „European Energy Award in Gold“ verliehen. Zudem wurde sie auch zur energieeffizientesten Gemeinde in Europa gekürt (Stand Juli 2009).

Ein besonderes Anliegen der Gemeinde ist es, den BürgerInnen die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen wie Holz, Erdwärme und Sonnenenergie näher zu bringen. Fast jedes Jahr gibt es einen „Tag der offenen Heizraumtür“, an dem BürgerInnen Interessierten einen Einblick in ihre mit erneuerbarer Energie betriebenen Heizungen gewähren. 1997 wurde die erste Gemeinschafts-Photovoltaikanlage in Zwischenwasser errichtet. In der Zwischenzeit wurden weitere fünf auf gemeindeeigenen Gebäuden installiert.

Durch die verschiedenen Maßnahmen konnte der Kohlendioxid-Ausstoß zwischen 2001 und 2008 pro Haushalt um durchschnittlich sechs Prozent gesenkt werden. Auch der Gesamtstromverbrauch in der Gemeinde ist seit 2004 um rund zwei Prozent gesunken. 65 Prozent deckt die Gemeinde durch erneuerbare Energie ab, vor allem Biomasse und Solarenergie. Im gesamten Gemeindegebiet sind derzeit rund 2.200 m² Photovoltaik- Kollektorfläche (ca. 0,70 m² pro Einwohnerln) und 2.800 m² Thermosolarfläche (0,90 m² pro Einwohnerln) installiert (Stand 2009). Das ergibt eine Kohlendioxid-Einsparung von insgesamt 320 Tonnen pro Jahr. Bei der installierten Solarleistung pro Einwohnerln zählt Zwischenwasser zu den führenden Gemeinden Europas.

Ansprechpartner:
Bürgermeister Josef Mathis
Hauptstrasse 14
A-6835 Zwischenwasser
Telefon: 0043-5522-4915
Fax: 0043-5522-4915-15
E-mail: bgm@zwischenwasser.at
www.zwischenwasser.at

Wasserverband Verbundschiene Lavanttal

Bundesland Kärnten

Das Lavanttal liegt am Südrand des Hauptalpenbogens und wird im Westen von der Saualpe und im Osten von der Koralpe begrenzt, wobei es seit jeher für seine geringen Niederschlagsmengen bekannt ist (im letzten Jahrhundert ging die Niederschlagsmenge im Durchschnitt um 25 % zurück. Gemeinden in dieser Gegend beziehen das Wasser hauptsächlich aus Quellen dieser Berge. Der Wasserverband Verbundschiene Lavanttal ist ein Verband nach dem Wasserrechtsgesetz und hat seinen Sitz in St. Andrä im Lavanttal. Der Verband wurde 1993 mit den Mitgliedern Stadtgemeinde Wolfsberg, Stadtgemeinde St. Andrä, Marktgemeinde St. Paul und Gemeinde St. Georgen gegründet.

Das Ziel des Verbandes ist es, neue Quellen zu erschließen und eine „Regionswasserleitung“ zu errichten. Die Verbundschiene soll erstens einen Ausgleich zwischen den Wassermengen, die in den einzelnen Gemeinden zu Verfügung stehen, bewirken und zweitens durch die Fassung von eigenen Quellen die Versorgung von kleineren, bisher noch mit unzureichenden Eigenanlagen versehenen Siedlungsgebieten, sicherstellen und die Absicherung der Trinkwasserversorgung bei Ausfall verschiedener Quellgebiete (z.B. durch Verunreinigungen) gewährleisten. Bei einem eventuellen Ausfall der Trinkwasserlieferung springt sofort der Wasserverband ein und garantiert so eine einwandfreie Versorgung. Heute verfügt das Netzwerk über ein Fördersystem mit einer Durchflussmenge von 260.000 Kubikmetern. Das Wasser kommt von zwölf Quellen die sich im Besitz des Wasserverbandes befinden. Die 42.000 KonsumentInnen, die an das öffentliche Wassernetz angeschlossen sind, werden dadurch ausreichend versorgt.

Ansprechpartner:
Wasserwerk Lavanttal
Unterrain 63
A-9433 St. Andrä
Telefon: 0043-4358-4529
Fax: 0043-4358-21-581
E-mail: wvv.lavanttal@1012surfnet.at
www.wasserwerk.at/home/wasserwerke/lavanttal

Solare Prozesswärme – Sonnenenergie anders genutzt

Bundesland Oberösterreich

Unter „solarer Prozesswärme“ versteht man die Nutzung thermischer Sonnenenergie in Gewerbe- und Industriebetrieben zur Erzeugung von Warmwasser für Prozesswärme. Rund 30 % des industriellen Wärmebedarfs in Europa liegt auf einem Temperaturniveau von unter 100°C, also geeignet für die Nutzung thermischer Sonnenenergie. Der O.Ö. Energiesparverband arbeitet im Rahmen des europäischen Projektes SO-PRO als Projektkoordinator an der Unterstützung dieser Technologie mit sechs Partnern in 6 (europäischen) Regionen (Oberösterreich, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Region Maribor, Südböhmen und Zentralspanien). Im Rahmen des Projekts werden Informationsaktivitäten rund um solare Prozesswärme durchgeführt. Dafür werden zielgerichtete Maßnahmen für die Industrie, regionale Kampagnen und Trainingsaktivitäten zur Förderung der solaren Prozesswärme entwickelt. Weiters werden Planungsunterlagen erstellt und Pilotprojekte umgesetzt.

Anwendungsbeispiele in Österreich sind zum Beispiel das Industrieunternehmen Leitl Beton in Hörsching, dort werden seit wenigen Monaten mit Sonnenenergie Betonteile produziert. Die 300 Quadratmeter große thermische Solaranlage liefert die zur Herstellung von Betonfertigdecken und Betonwänden notwendige Prozesswärme, in Kombination mit einer umweltfreundlichen Hackschnitzelanlage. Damit können je nach Anwendungsfall bis zu 70 Prozent der jährlichen Kosten für die Prozesswärme eingespart werden. Weitere Beispiele in Österreich sind das Unternehmen Eisvogel Hubert Bernegger in Molln und die Gerberei Köblinger in Nußdorf am Attersee. Um weitere Projekte zu initiieren, wurde vom Energiesparverband eine Checkliste erarbeitet, die vorwiegend für Produktionsbetriebe gedacht ist (nähere Infos www.solar-process-heat.eu).

Ein Viertel der Kollektorfläche Österreichs ist in Oberösterreich installiert, mit mehr als 770 Quadratmetern Kollektorfläche pro 1.000 Einwohner zählt Oberösterreich zu den weltweit führenden Solarregionen. In Oberösterreich werden konkrete Maßnahmen unterstützt – so z.B.: mit der Wohnbauförderung, einer Förderung für betriebliche Solaranlagen und mit dem Solar-Forschungslabor in Wels. Solaranlagen „Made in Upper Austria“ sind inzwischen europaweit gefragt. Der Gesamtumsatz der Solarwirtschaft hat sich seit 2002 vervierfacht, wobei sich auch die Zahl der Arbeitsplätze in Oberösterreich auf inzwischen 2.000 „GreenJobs“ erhöht hat.

Ansprechpartner:
Oberösterreichischer Energiesparverband
Landstraße 45
A-4020 Linz
Telefon: 0043-732-7720-14381
Fax: 0043-732-7720-14383
E-mail: office@esv.or.at
www.energiesparverband.at

(C) O.Ö. Energiesparvarband
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(C) O.Ö. Energiesparvarband
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