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Protokoll 5: Tourismus
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Alpenkonvention

Best Practices zu Protokoll 5:

Tourismus

Weissensee – Spielplatz der Natur

Bundesland Kärnten

Der Weißensee liegt in den östlichen Gailtaler Alpen und ist einem besonders naturbelassenen Großraum zuzurechnen. Die wirtschaftliche Tätigkeit wird dort mit Rücksicht auf den Naturraum betrieben und liefert wertvolle Beispiele für eine nachhaltige Weiterentwicklung dieser speziellen Region. Dazu wurde ein Leitbild erstellt, um einen ökologisch vertretbaren Tourismus zu sichern. Ziel ist es dabei, nicht eine quantitative, sondern eine qualitative Entwicklung der Region vor allem im Hinblick auf den Tourismus zu erreichen.

Seit 2006 besteht in der Region auch ein Naturpark, wodurch der Naturraum durch nachhaltige Nutzung in seiner Vielfalt und Schönheit gesichert werden soll und die jahrhundertelang geprägte Kulturlandschaft erhalten wird. Maßnahmen hierbei sind eine gezielte Besucherlenkung, der Vertragsnaturschutz (ÖPUL), Schutzgebietsbetreuung und Management, „Sanfte Mobilität“, naturkundliche Informationen und Forschungsprojekte. Auch Bildung soll durch interaktive Formen des Naturbegreifens und -erlebens durch spezielle Angebote erlebbar gemacht werden. Dazu gibt es: Themenwege, Infostellen, -zentren und -tafeln, Erlebnisführungen, gut aufbereitete Informationsmaterialien, Seminare, Kurse, sowie Ausstellungen. Auch werden kulturlandschaftliche Zusammenhänge durch entsprechende Bildungsangebote und einer laufenden Kooperation mit Forschungseinrichtungen den Besuchern nahe gebracht. Ergänzt wird das Angebot durch zielgruppenspezifische Angebote wie Wanderungen, so z.B. Heilkräuterwanderungen.

Die umweltgerechte Entwicklung der Region wurde auch international ausgezeichnet. So wurde z. B. der Weissensee von der EU zum „europäischen Preisträger für Tourismus und Umwelt“ erkoren. „Sanfter Tourismus“, so lautet die Devise. Zwei Drittel des Seeufers sind unverbaut, Durchzugsverkehr und Motorboote gibt es nicht. Ein Ziel ist es, über den Naturpark Impulse für eine regionale Entwicklung zu setzen, um damit die regionale Wertschöpfung zu erhöhen sowie die Lebensqualität zu sichern. Dafür gibt es Kooperationen zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus, Gewerbe und Kultur, die Durchsetzung eines sozial- und umweltverträglichen Tourismus, die Vermarktung von Naturparkprodukten und Verbreitung von Marketing-Informationsmaterialien, sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen durch den Naturpark und Naturpark-Gaststätten.

Ansprechpartner:
Mag. Arno Kronhofer
Techendorf 78
A-9762 Weissensee
Telefon: 0043-4713-22200
Telefax: 0043-4713-222044
E-mail: weissensee@carnica.at
www.weissensee.com

Bergsteigerdorf Lunz am See

Bundesland Niederösterreich

Die Bergsteigerdörfer sind ein Projekt des Österreichischen Alpenvereins in Kooperation mit dem Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention, das auf eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus zielt, indem der individuelle Charakter der kleinen Dörfer in ihrem alpinen Gefüge hervorgehoben wird. Der Alpenverein legte schon bei der Auswahl der nunmehr 16 Gemeinden und Talschaften in Österreich besonderes Augenmerk auf die Geschichte der Gemeinden, auf ihre Entscheidungen in der Vergangenheit und ganz besonders auf ihre zukünftigen Entwicklungsziele. Einige dieser meist flächenmäßig großen, aber dünn besiedelten Gebiete sehen im Projekt „Bergsteigerdörfer“ eine Möglichkeit, neue Wege im Tourismus einzuschlagen, ohne die Nachteile des Massentourismus in Kauf nehmen zu müssen. Oberstes Ziel ist es, die Wertschöpfung in der Region zu halten.

Lunz am See zeichnet sich durch wildromantische und unberührte Natur sowie ausgedehnte Berg und Wandertouren aus. Das Ortszentrum der Marktgemeinde liegt zwischen den Einmündungen von Seebach und Bodingbach in die Ybbs. Drei glasklare Seen (Lunzer See, Mittersee, Obersee), die historische Töpperbrücke, das ehrwürdige Amonhaus, die Gipfel von Dürrenstein (1.878 m) und Ötscher (1.893m) – alles das und vieles mehr kann man in dieser schönen Gegend finden. Das Bergsteigerdorf Lunz am See spricht Gäste an, die eine umweltbewusste und nachhaltige Urlaubswahl treffen. Ihre Wahl ermöglicht es auch, die Wertschöpfung durch den Tourismus im Ort zu halten, Arbeitsplätze zu schaffen, kleine Gastronomiebetriebe zu fördern, mit anderen Worten, die Alpenkonvention gelebt umzusetzen. Besucher werden dazu eingeladen, durch das Wildnisgebiet Dürrenstein, den Naturpark Ötscher-Törmauer und das Naturschutzgebiet Kothbergtal zu wandern. Auch bieten sich vielfältige Möglichkeiten für Bergsteiger.

Die Beherbergungsbetriebe des Bergsteigerdorfs Lunz am See sind darauf bedacht, möglichst alpennah zu wirtschaften. Auch stellen sie ihre Gäste darauf ein, behutsam mit der Natur umzugehen und stehen für Informationen zur Region zur Verfügung.

Ansprechpartner:
Bürgermeister Martin Ploderer
Marktgemeinde Lunz am See
Amonstraße 16
A-3293 Lunz am See
Telefon: 0043-7486-8081
Fax: 0043-7486-8081-20
E-mail: martin.ploderer@aon.at
www.lunz.at

Blindenwanderweg in der Virgener Feldflurenlandschaft

Bundesland Tirol (Osttirol)

Seit einigen Jahren hat das Wandern in Virgen eine neue Dimension erhalten, gemeinsam mit der Verwaltung des Nationalparks Hohe Tauern und dem Tiroler Blindenverband wurde der „Flurgehölze-Wanderweg“ – ein Rundwanderweg entlang von alten Hohlwegen, Trockensteinmauern, Hecken und Bäumen zum „Ersten österreichischen Blindenwanderweg“ adaptiert. Es entstand im wahrsten Sinne des Wortes ein „Wanderweg der Sinne“.

Der Lehrwanderweg mit einer Länge von 2,5 km (ca. 2 1/2 Stunden Gehzeit) und elf Schautafeln führt durch die 250 Hektar große „Virgener Feldflur südlich des Dorfes Virgen. Dabei geht es durch einen uralten bäuerlichen Kultur- und Naturraum, wobei die ökologischen Feinheiten und Zusammenhänge verständlich ersichtlich werden und die enorme Artenvielfalt von Flora und Fauna (rund 50 Vogel-, 450 Käfer- und 240 Schmetterlingsarten) entdeckt werden können. Aufgebaut ist der gesamte Weg mit Leiteinrichtungen für Blinde und hochgradig Sehbehinderte; in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Blinden- und Sehbehindertenverband wurde auch ein Tonträger erstellt, der Hörinformationen zum Wegverlauf, zur umgebenden Landschaft und zu den einzelnen Erlebnisstationen enthält. Außerdem erhält der Gast eine Broschüre in Braille.

Mehrere Erlebnisstationen sorgen neben den interessanten Geräuschen und Düften, die es auf dem „Weg der Sinne“ zu entdecken gibt, für unterhaltsame Abwechslung. „Immer der Nase nach“ heißt es bei der Riechstation: Kräuter und Hölzer können hier mit dem Reibebrett zermahlen werden, um die ätherischen Öle und Duftstoffe intensiv wahrzunehmen. Auch die Ohren werden auf die Probe gestellt. Durch einen großen Hörtrichter und riesigen Horchschüsseln entgeht den Wanderern nicht das leiseste Wind- oder Vogel-Geräusch. Weiters kann mit Klangstäben und einem Xylophon aus heimischen Hölzern seine eigene Klangwelt geschaffen werden. „Der Weg der Sinne“ in Virgen verbindet aber auch Natur und Kunst. Unter dem Titel „Kunst im Tal der Sinne“ werden derzeit Exponate der Kärntner Künstlerin Elke Maier ausgestellt.

Ansprechpartner:
Tourismusinformation Virgen
Virgentalstraße 77
A-9972 Virgen
Telefon: 0043-50-212-520
Fax: 0043-50-212-520-2
E-mail: virgen@osttirol.com
www.virgen.at