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Protokoll 2: Naturschutz
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Alpenkonvention

Best Practices zu Protokoll 2:

Naturschutz und Landschaftspflege

Thermische Verwertung von Naturschutzheu

Bundesland Steiermark

Das Projektziel ist es herkömmlich unverwertbares Heu von Naturschutzflächen nachahmbar und wirtschaftlich umsetzbar einer Verwendung zuzuführen. Das Förderprojekt der Abteilung Naturschutz (13C) der Stmk. Landesregierung dient für zwei aneinandergrenzende Europaschutzgebiete (Südoststeirisches Hügelland und Grenzmur) der Erhaltung und Ausweitung von Wiesenflächen unter ökologischen Standards, ist Lebensraumsicherung und damit essentiell für den Erhalt der Schutzgüter. Ein Rückgang der Rinderhaltung führte vorerst zu einem Anstieg der verfügbaren Förderflächen, in Folge jedoch zu einem Heuverwertungsproblem. Heu wird in Wäldern deponiert oder verrottet trotz hohem Ernteaufwand sonst wo in der Landschaft.

Im Rahmen des Vereins L.E.i.V. werden Heupellets/Briketts als neuer regionaler Energieträger standardisiert erzeugt und Strategien für den Absatz und die problemlose Verwendung als Brennstoff entwickelt. In Kombination mit Maisspindelmaterial stellen (Misch)Pellets eine sinnvolle energetische Verwertung von Naturschutzwiesenheu dar. Naturschutzheu besserer Qualität kann vom Landwirt in Pelletsform als betriebseigenes Futtermittel (Rohfaseranteil) verwendet werden. Die Ergebnisse des Basisprojektes führten zur Gründung der Bauerngemeinschaft „Heu und Pellets“ die die Anlage demnächst in die Praxis überführen wird.

Die Landwirte werden aus betriebseigenen agrarischen Nebenprodukten, (Heu/Maisspindeln) Futter und Brennstoff (=Wärmeenergie) kostengünstig regional und CO² neutral ohne zusätzlichen Flächenverbrauch erzeugen und dabei wertvolle Wiesen als Lebensräume erhalten. Mitglieder der Gemeinschaft verarbeiten ihre Co-Produkte zur Verwendung am eigenen Betrieb. Sinnvoll ist die Regionalität des Projektes (im Umkreis von max. 20 km).

Zur Pelletserzeugung dient eine alte Futtermittelpresse (Output ca.1t/h). Der Heizwert von 2 bis 2,2 t Mischpellets entspricht ca. 1000l Heizöl. Die Pelletierung (4-5 fache Verdichtung) erhöht Energie- bzw. Nährstoffdichte, reduziert Lager- und Transportkapazitäten und ermöglicht automatische Befeuerung bzw. automatisierte Fütterung.

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Ansprechpartner:
Projektleiter Dr. Andreas Breuss
L.E.I.V.“Lebende Erde im Vulkanland“
Verein zum Schutz der Blauracke
Telefon: 0043-664-1562242
E-mail: a-d.breuss@aon.at
www.blauracke.at

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Adaptive Management-Strategie der Österreichischen Bundesforste (ADAPT)

bundesländerübergreifendes Projekt

Die Abschätzung der Auswirkungen des Klimawandels ist für die Forstwirtschaft von besonderem Interesse. Bedingt durch die langen Produktionszeiträume, müssen schon jetzt Bestände begründet werden, die mit dem Klima, wie es in 100 Jahren herrschen wird, noch gut zurechtkommen. Für optimales Wachstum der Bäume sind neben Temperatur und Niederschlag auch Standortsparameter wie Boden, Exposition, Wasserhaushalt und Nährstoffversorgung von Bedeutung. Auch Aufbau und Zustand von derzeit jungen Beständen spielt für zukünftige Stabilität eine wichtige Rolle. Mit dem Forschungsprojekt ADAPT kann abgeschätzt werden, in welchen Wuchsgebieten und Höhenstufen welche Bestandestypen in welchen Zeiträumen durch den Klimawandel besonders gefährdet sein werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass ab Mitte des Jahrhunderts in den mittelmontanen Lagen der Kalkalpen die größten Probleme zu erwarten sind. Es gibt aber auch Regionen, in denen sich der Klimawandel durch längere Vegetationsperioden zumindest auf das Wachstum der Bäume positiv auswirkt. Auch die wahrscheinliche Anhebung der oberen Waldgrenze kann aus Sicht der Forstwirtschaft als Vorteil betrachtet werden. In der Folge wurde untersucht, wie Maßnahmen der Baumartenwahl, der Bewirtschaftungsintensität und unterschiedliche Verjüngungsverfahren die Widerstandskraft gegen den Klimawandel beeinflussen. Interne Schulungen und Workshops, die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität für Bodenkultur den Mitarbeitern angeboten werden sorgen dafür, dass die Erkenntnisse des Projektes auch in der Praxis umgesetzt werden.

Anhand von praktischen Beispielen im Wald wird dabei diskutiert, welche konkreten Maßnahmen in Zukunft gesetzt werden und ob sich diese von der bisherigen Bewirtschaftung unterscheiden. Die Ergebnisse des Projektes unterstreichen aber auch, dass alle anderen bekannten Gefährdungen des Waldes wie zum Beispiel Wild- und Weideschäden, Entmischung, Ernteschäden, Bodenverdichtung und Erosion so weit wie möglich reduziert werden müssen.

Ansprechpartner:
Norbert Putzgruber
Österreichische Bundesforste AG
Leiter Stabsstelle Wald Naturraum Nachhaltigkeit
Pummergasse 10 – 12, A-3002 Purkersdorf
Telefon: 0043-2231-600-3100
Fax DW 3109
E-mail: norbert.putzgruber@bundesforste.at
www.oebf.at

Wiener Wiesenmeisterschaft

Bundesland Wien, Niederösterreich

Ausgedehnte Wälder im Wechselspiel mit bunten, sonnenbeschienenen Wiesen und Weiden: das ist die Wienerwaldlandschaft wie sie von ihren Bewohnern aber auch Besuchern sehr geschätzt wird. Für viele ist sie ein Inbegriff „unberührter Natur“ doch das Gegenteil ist der Fall. Wiesen gehören zur Kulturlandschaft, das heißt sie sind erst durch die menschliche Nutzung aus Wald entstanden. Seit Jahrhunderten mähen LandwirtInnen die Wiesen und treiben ihr Vieh auf die Weiden. Nur mit umsichtiger Bewirtschaftung ist es möglich, dass Wiesen und damit eine große Arten- und Strukturvielfalt bestehen bleiben können – ohne Landwirtschaft gibt es also auch keine bunten Wiesen.

Mit der Wiesenmeisterschaft zeichnet der Biosphärenpark Wienerwald bereits seit fünf Jahren die Arbeit der LandwirtInnen zum Erhalt der Landschaft, besonderer Wiesentypen und Arten aus und rückt sie so in die Öffentlichkeit. InteressentInnen melden die schönsten Wiesen und Weiden in den Biosphärenpark Wienerwald-Gemeinden an. Diese Flächen werden gemeinsam mit den BewirtschafterInnen begutachtet: Eine Fachjury kürt, nach Kriterien wie Seltenheit des Wiesentyps, Vorkommen besonderer Arten oder wertvoller Strukturen, Bewirtschaftung, aber auch Entwicklung/Vermarktung hofeigener Produkte, die Sieger.

Weiters soll die Bevölkerung für den hohen Wert der Wiesen und das richtige Verhalten als Konsument und Erholungssuchender sensibilisiert werden. Seit 2011 wird daher unter dem Schlagwort „Wiesenpartner“ ein intensives Bildungs- und Öffentlichkeitsprogramm – von Gesprächen mit Gemeinde- und InteressensvertreterInnen über Bildervorträge, Wiesen-Führungen für Bevölkerung, SchülerInnen und LandwirtInnen bis hin zu einem Wettbewerb für Schulklassen – angeboten. Die Prämierung der Wiesenmeister findet in der Region statt. Die Preisträger, ihre Produkte im Detail und wo man diese erhält, sind unter www.bpww.at/regionales/wiesenmeister nachzulesen. Mit dem Kauf von Produkten von nachhaltig wirtschaftenden Landwirten aus dem Wienerwald – zum Beispiel den Wiesenmeistern, tragen KonsumentInnen dazu bei, die besonderen Wiesen zu erhalten!

Ansprechpartner:
Frau MMag. Irene Drozdowski
Forschung, Naturschutz & Landwirtschaft
Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH
Deutschwaldstrasse 15/b/1, A-3002 Purkersdorf
Telefon: 0043-2231-66804-15
Fax: 0043-2231-66804-50
E-mail: id@bpww.at
www.bpww.at