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Protokoll 1: Raumplanung
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Alpenkonvention

Best Practices zu Protokoll 1:

Raumplanung und Nachhaltige Entwicklung

Der Steinbacher Weg ganzheitlicher Gemeindeentwicklung

Bundesland Oberösterreich

Die Gemeinde Steinbach an der Steyr hat 1986 einen neuen Weg der ganzheitlichen Gemeindeentwicklung begonnen. Mit Beteiligung der Bürger wurde ein neues Leitbild erstellt, ein Entwicklungskonzept ausgearbeitet und Projekte mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde im heutigen Sinne der lokalen Agenda 21 entwickelt und umgesetzt. Das erstellte Leitbild umfasst dabei vier Säulen der Entwicklung: Dorfgemeinschaft und Lebensqualität, Kultur und Identität, Arbeit und Wirtschaft, und Natur und Umwelt. Diese vier Säulen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Konkrete Ziele der Neuorientierung sind die Wiederbelebung des Ortskerns, die Korrektur von Planungsfehlern in der Raumordnung, die Umstellung der Energieversorgung auf nachwachsende Rohstoffe (Hackschnitzel), und die Schaffung von möglichst geschlossenen wirtschaftlichen Kreisläufen.

Für jede der vier Säulen wurden Ziele formuliert und mit Umsetzungsaktivitäten und konkreten Projekten begonnen, wie z.B. die Ortsplatzgestaltung, die Renovierung des Alten Pfarrhofs, der im Verfall befundenen Industriehallen, der Erzeugung und Vermarktung von Steinbacher Dörrobst und Natursäften, Bau und Betrieb von Hackgutnahwärmeanlagen (Hackschnitzelheizungen), die Umsetzung von Baulandkonzepten und eines dezentralen Abwasserentsorgungskonzeptes.

Durch die durchgeführten Maßnahmen konnte die Situation in der Gemeinde Steinbach a. d. Steyr zwischen 1986 und 2002 deutlich verbessert werden: Die Abwanderung wurde gestoppt und eine positive Bevölkerungsentwicklung erzielt. 180 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen (+265 %). Die Arbeitslosenquote in der Gemeinde sank von 9% auf 3% und die Zahl der Betriebsgründungen führte zu einer Verdoppelung der Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe von 27 auf 56. Mehrere Preise und Auszeichnungen wurden erzielt, u.a. der Europäische Dorferneuerungspreis 1994, VCÖ-Preis „Kurze Wege“ 1997 und der Umweltschutzpreis 1997 des Landes Oberösterreich.

Ansprechpartner:
Herr Karl Sieghartsleitner
Pfarrhofstrasse 1
AT – 4594 Steinbach a. d. Steyr
Telefon: 0043-7257-8411-15
Telefax: 0043-7257-8411-20
E-mail: vfe.steinbach@aon.at
www.steinbachsteyr.at

Lebensraumvernetzung für Mensch und Natur

Bundesland Steiermark

Im Rahmen der überörtlichen Raumplanung in der Steiermark werden in regionalem Maßstab Flächen für besonders wertvolle Nutzungen gesichert. Dabei geht es in besonderer Weise um die Bereinigung von Nutzungskonflikten, um die Raumentwicklung in eine nachhaltig positive Richtung zu lenken. Neben den Bereichen der Siedlungsentwicklung und den Freiraumnutzungen Landwirtschaft und Rohstoffgewinnung kommt eine hohe Bedeutung jenen Flächen zu, die aufgrund ihrer besonderen Ausstattung für ökologische Funktionen und für die Funktion Naherholung zur Verfügung stehen oder weiterentwickelt werden sollen.

Im Steirischen Modell der Lebensraumvernetzung wird geprüft, wie eine Vernetzung der wertvollen Freiräume in der Steiermark (z.B. Naturschutzgebiete, ökologische Kerngebiete, aber auch bedeutende Naherholungsbereiche oder klimatische Ausgleichsflächen) erreicht werden kann. Durch die Modellierung mit vorliegenden Daten und mittels strukturierten Einholens von regionalem Expertenwissen wird ein „grünes Netz“ für die Steiermark entwickelt und abgebildet.

Das steirische Modell orientiert sich an der Multifunktionalität von Freiräumen. Neben der ökologischen Funktion erfüllen Freiflächen auch viele positive Funktionen für den Menschen in den Bereichen Erholung und Wohlfahrt. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen daher die: Ökologische Funktion (Schwerpunkt Wildökologie und Vegetationsökologie), die Lebensraum- / Vernetzungsfunktion, die Erholungsfunktion (Naherholung im Nahbereich urbaner Siedlungsräume) und die Wohlfahrts- und Schutzfunktion, wie z.B. klimawirksame Flächen, Retentionsflächen zum Schutz von Siedlungsgebieten oder Sicherung von Trinkwasserressourcen. Zwischen diesen Funktionen gibt es viele Synergien. Der Mehrwert dieser multifunktionalen Flächen wird herausgestrichen. Hinter diesem methodischen Ansatz steht der Grundsatz, dass eine nachhaltige Sicherung der Freiräume nur durch eine Inwertsetzung bzw. verträgliche Nutzung für Mensch und Natur zu erreichen ist.

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Ansprechpartner:
Herr Dipl. Ing. Martin Wieser
Abteilung 7 – Landes- und Gemeindeentwicklung
Stempfergasse 7, A-8010 Graz
Telefon: +43 316 877-4317
Fax:+43 316 877-3711
Mobil:+43 676 8666 4317
E-mail: martin.wieser@stmk.gv.at
www.verwaltung.steiermark.at/abteilung7

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Kulturlandschaftsprogramm Lesachtal

Bundesland Kärnten

Ziel des Vereins „Kulturlandschaft Lesachtal“ ist es, ein leistungsbezogenes landwirtschaftliches Förderungssystem zu schaffen, welches die besonderen Bewirtschaftungserschwernisse berücksichtigt und so die nachhaltige Bewirtschaftung der bergbäuerlichen Kulturlandschaft fördert und damit sichert. Grundlage für dieses System war zunächst eine umfangreiche Biotop- und Kulturlandschaftskartierung.

Vom Verein „Kulturlandschaft Lesachtal“ (238 Betriebe) wurden dafür zwei Planungsbüros mit der Erarbeitung von Grundlagen für ein landwirtschaftliches Förderungssystems, das unter Berücksichtigung besonderer Bewirtschaftungserschwernisse, z. B. Hangneigung, Feuchtflächen und ökologischer Faktoren eine ökologisch orientierte, nachhaltige Bewirtschaftung der bergbäuerlichen Kulturlandschaft fördern und für die Zukunft sichern soll beauftragt. Im 14 km² großen Dauersiedlungsgebiet des Lesachtals wurden die verschiedenen Nutzungstypen kartiert (u. a. Magerwiesen, artenreiche und artenarme Mähwiesen, Bergmähder, Äcker, Obstbaumwiesen) und entsprechend der Biotopkartierung wertvolle Biotope erfasst. Für jeden Nutzungstyp wurden sowohl Förderungsmotive als auch Bewirtschaftungsauflagen bestimmt, mit denen diese Zielsetzungen erreicht werden können. Zusätzlich wurden nach Erschwernisstufen gestaffelte Förderprämien für jeden Nutzungstyp festgelegt.

Je nach Nutzungstyp werden ertragreiche Wiesen für die Grünlandwirtschaft gefördert und ertragsschwache Wiesen durch einkommenssichernde Landschaftspflegeprogramme davor bewahrt zu verbrachen bzw. wiederaufgeforstet zu werden. Zusätzlich sollen die traditionellen Nutzungsformen und ökologisch besonders wertvolle Flächen durch Vertragsnaturschutz erhalten werden.

Gerade für das Lesachtal mit seiner kleinen bergbäuerlichen Struktur ist für die Erhaltung der Kulturlandschaft jeder kleine Bergbauer wichtig. Durch die traditionelle und extensive Bewirtschaftung der Hangflächen konnte die für das Tal einzigartige Pflanzen- und Tierwelt erhalten und gefördert werden was auch für den Tourismus förderlich ist. Durch die Anerkennung und Förderung ihrer Arbeit als Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft wird den kleinbäuerlichen Betrieben ein Anreiz geboten, die Bewirtschaftung aufrecht zu erhalten und damit Grenzertragsflächen vor der Verwaldung zu schützen und so zur Offenhaltung der Landschaft beizutragen.

Durch Zupachtung haben mittlerweile einige Betriebe ihre Flächen aufgestockt und sind nunmehr Teilnehmer am ÖPUL. Andere dagegen haben ihre Flächen verpachtet und somit die Bewirtschaftung aufgegeben, sodass derzeit die Zahl der Betriebe, die aus dem KLP gefördert werden, mit 12 zu beziffern ist. Als neue Schwerpunkte sollen nun auch die Erhaltung und Vermehrung alter Getreidesorten Eingang im Kulturlandschaftsprogramm finden.

Ansprechpartner:
Herr Franz Unterguggenberger
Niedergail 3
A-9653 Liesing
Lesachtal
Telefon: 0043-4716-273
Fax: 0043-4716-273-20
E-mail: peintnerhof@aon.at
www.peintnerhof.info